Titel
Jan Grossarth

Über Landschaften, Materialien und Lebensweisen

Lehm, Holz, Wasser, Landschaften, Felder und Wälder begleiten das menschliche Leben seit Jahrtausenden. Technische Entwicklungen haben die Stoffströme, aus denen Gesellschaften entstehen und auf denen sie beruhen, immer wieder grundlegend verändert. Heute erscheinen uns diese Materialien oft vor allem als Rohstoffe, Produktionsfaktoren oder Schutzgüter.

Doch sie bleiben mehr als das. Wer verstehen will, wie Gesellschaften mit Natur umgehen, muss auch verstehen, welche Bedeutung Menschen Orten, Landschaften und den Dingen ihrer Umgebung geben. Über unseren Umgang mit Natur entscheiden nicht allein Verfügbarkeit, Technik und Interessen, sondern auch Wahrnehmungen, Erinnerungen und kulturelle Deutungen.

Darum geht es in den Büchern, Forschungsarbeiten und Vorträgen auf dieser Website.


Über mich

Meine Perspektive ist durch unterschiedliche Arbeitswelten geprägt: Wissenschaft, Sachbuch, Journalismus und Politik. Als Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (2010-2019), als Leiter der Kommunikation im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2020-21) und seit 2021 als Wissenschaftler mit dem Lehrgebiet Bioökonomie an der Hochschule Biberach habe ich ähnliche Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln kennengelernt.

Heute beschäftige ich mich vor allem mit ressourcenschonendem Bauen, Bioökonomie und Land(wirt)schaft und der Technikethik. Mich interessiert, wie technische Möglichkeiten, wirtschaftliche Interessen und kulturelle Vorstellungen zusammenwirken – und wie sie die Landschaften, Materialien und Lebensweisen prägen, die uns umgeben.

Aktuelle Schwerpunkte

Ein Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf dem Bauen mit biobasierten Rohstoffen und der Frage, wie Nachhaltigkeit über technische Kennzahlen hinaus verstanden werden kann. Mich interessiert, welche Rolle Atmosphäre, Ortsbezug, Materialität und kulturelle Bedeutung für die Bewertung von Gebäuden spielen. Denn Bauwerke werden nicht nur genutzt und berechnet – sie werden auch wahrgenommen, erinnert und erlebt. Weitere Arbeiten beschäftigen sich mit Landwirtschaft, Ernährung, Bioökonomie sowie den kulturellen Bildern von Natur in gesellschaftlichen Debatten.